„Bowlingclub Wurfkreis 71 Delkenheim“ trifft sich seit 1971/ Auch Jubiläen und Geburtstage werden gemeinsam gefeiert

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             Seit 40 Jahren bowlen die Mitglieder des Bowlingclub Wurfkreis 71 Delkenheim gemeinsam:
            (von links stehend) Silvia Koch, Elke Braun, Rosi Henrich, Christa Strohkendl, Herbert Strohkendl,
            Klaus Henrich, Wolfgang Braun, (von links kniend) Marianne Aspacher, Bernd Aspacher, Jürgen Koch.
            Foto: Porten

Plötzlich gibt es ein großes Hallo bei den fünf Delkenheimern, die im City Bowling vor einigen Minuten begonnen haben, die Bälle, so nennt man die Kugeln im Bowling, gekonnt über die geölten Bahnen Neun und Zehn Richtung Pins zu schicken. Der erste Strike des Abends wird freudig und lautstark begrüßt, auf dem Monitor flackert die Anzeige „Killershot“. Diese Szene offenbart die Freude, mit der die Delkenheimer Bowler auch nach 40 Jahren ihrer Bowlingleidenschaft frönen.

Anfänge in Mainz

Begonnen hat diese Leidenschaft 1969. „Wir sind mit einigen Freunden nach Mainz gefahren, um das Bowlen einmal auszuprobieren“, erzählt Herbert Strohkendl, von seinen Mitbowlern liebevoll „Chef“ genannt, von den Ursprüngen. Die Delkenheimer, die sich größtenteils schon aus der Schule kannten, fanden Spaß an der neuen Sportart. Nach einiger Zeit wurde es aber zu langweilig. „Einfach ohne jeden Anreiz nur so zum Spaß zu spielen, war uns zu wenig. Ich komme vom Kegeln, da gibt es klare Regeln und Wettbewerbe“, schildert er die Beweggründe, das lockere Freizeitvergnügen in eine festere Form zu bringen. Mittlerweile hatten auch die Frauen Freude an dem neuen Sport gefunden und so rief man 1971 den Bowlingclub Wurfkreis 71 Delkenheim ins Leben. Bis auf eine kurze Zeit, in der noch ein weiteres Paar mitbowlte, besteht der Club seitdem aus den noch heute aktiven Ehepaaren.

Für Bernd und Marianne Aspacher, Elke und Wolfgang Braun, Rosi und Klaus Henrich, Silvia und Jürgen Koch sowie Christa und Herbert Strohkendl gibt es seit 40 Jahren daher am Montag nur eins: Bowling. „Ich kann nicht sagen, dass ich in den Jahren jemals missmutig zum Bowling gegangen bin“, schildert Wolfgang Braun die ungebrochene Faszination bei der Jagd auf die zehn Pins am Ende der Bowlingbahn. „Montag halten wir uns alle frei, Bowling geht einfach vor“, erklärt Bernd Aspacher, dass nur bei Krankheit oder wichtigen Anlässen das Bowling einmal ausfallen muss.

„In den 30 Jahren, die wir jetzt hier sind, hat es hier einmal gebrannt und einmal war die Bahn überschwemmt. Da haben wir uns eine Ausweichgelegenheit gesucht“, erläutert Strohkendl, dass sich die Wurfkreis-Mitglieder selbst höherer Gewalt nicht so ohne Weiteres beugen, sondern erst nach Alternativen suchen, bevor sie ihren geliebten Bowlingtermin einmal absagen.

Vielleicht liegt es auch mit daran, dass die Delkenheimer Bowler nicht rein zum Vergnügen spielen, sondern jedes Jahr Pokale für den besten Mann, die beste Frau und die höchste Einzelpunktzahl vergeben werden. Gegenstück zu diesem Sektpokal ist der Selterspokal für die niedrigste Punktzahl. Früher hat man sich auch mit anderen Clubs gemessen, heute steht nur noch der Spaß am sportlichen Vergleich im Vordergrund. „Wir sind nicht verbissen, es gibt keinen falschen Ehrgeiz“, erklärt Strohkendl, dass es dabei immer ums Miteinander geht. Die im Lauf des Jahres erspielten Pokale werden am Ende des Jahres bei einem feinen Essen vergeben. Dies ist die zweite Seite der Bowlinggemeinschaft, denn neben den wöchentlichen Treffen auf der Bowlingbahn werden auch Jubiläen oder Geburtstage zusammen gefeiert. „Wenn jemand am Montag Geburtstag hat, wird nach dem Bowling bei ihm zu Hause noch gefeiert“, nennt Bernd Aspacher ein Beispiel. „Der Anlass ist das Bowlen, aber auch die Gemeinschaft in unserer Runde ist sehr wichtig“, pflichtet ihm Wolfgang Braun bei. „Für die Männer steht der sportliche Wettkampf etwas mehr im Vordergrund, für uns Frauen aber auch, sich hier zu treffen und auszutauschen“ bestätigt Marianne Aspacher den sozialen Aspekt.

Von Heinz Porten